Länder ohne IBAN: So funktionieren Zahlungen mit Kontonummer und Routing-Code

Warum eine deutsche IBAN dort nicht weiterführt

Die IBAN ist kein weltweiter Standard. In den USA, Kanada, Australien oder Japan arbeiten Banken überwiegend mit nationalen Kontosystemen. Für eine Zahlung dorthin reicht die deutsche IBAN-Maske im Onlinebanking deshalb nicht aus. Die Empfängerseite verlangt meist eine Kontonummer und einen nationalen Bank- oder Filialcode; für die grenzüberschreitende Weiterleitung wird häufig zusätzlich der BIC benötigt. Welche Angaben nötig sind, hängt vom Zielland, der Empfängerbank und der Zahlungsart ab.

Prüfen Sie die Angaben anhand der Rechnung oder der Zahlungsanweisung und nutzen Sie bei Bedarf https://iban-ermitteln.de/. Fehlt eine Angabe oder wirkt sie nachträglich ergänzt, sollte die Zahlung nicht durch Raten vervollständigt werden.

Welche Angaben nationale Systeme verlangen

Außerhalb des IBAN-Systems unterscheiden sich die Bausteine deutlich. In einem Land bezeichnet der Routing-Code die Bank, in einem anderen zusätzlich eine Filiale oder eine bestimmte Zahlungsstrecke. Daneben können Kontonummer, Name und Anschrift des Empfängers, Anschrift der Bank sowie ein Zahlungszweck verlangt werden. Manchmal gibt es getrennte Angaben für Überweisungen innerhalb des Landes und für internationale Zahlungen. Die Daten sollten deshalb direkt aus den Zahlungsanweisungen der Empfängerbank stammen, nicht aus einer selbst gebildeten Kombination.

Kontonummer, Routing-Code und BIC haben verschiedene Aufgaben

Die Kontonummer weist auf das Zielkonto hin, der nationale Routing-Code führt den Auftrag durch das jeweilige Bankensystem. Der BIC beschreibt dagegen ein international erreichbares Kreditinstitut und wird für die Weiterleitung genutzt. Diese Angaben sind nicht austauschbar. Eine Kontonummer ohne passenden nationalen Code kann nicht zugeordnet werden; ein richtiger BIC macht eine falsche Kontonummer nicht richtig. Bei manchen Aufträgen übernimmt die Bank technische Zuordnungen, bei anderen muss der Kunde jedes Feld selbst ausfüllen.

Diese Fehler sind besonders folgenreich

Bei einer nicht passenden Kontoverbindung kann der Auftrag abgewiesen, zurückgeleitet oder einem falschen Konto zugeordnet werden. Auch ein Zahlendreher, ein fehlender Filialcode oder eine veraltete Bankangabe kann die Nachforschung erschweren. Kontrollieren Sie die Schreibweise anhand des Originaldokuments und achten Sie darauf, ob die Empfängerbank zwischen einer nationalen und einer internationalen Kontonummer unterscheidet. Bei einem hohen oder geschäftlich wichtigen Betrag ist eine Rückfrage bei der eigenen Bank sinnvoll, bevor der Auftrag erteilt wird.

Schutz vor manipulierten Zahlungsdaten

Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn Kontodaten unerwartet per Nachricht geändert werden oder ein Geschäftspartner plötzlich ein anderes Land als Zahlungsziel nennt. Maßgeblich ist dann nicht die Dringlichkeit des Schreibens, sondern die unabhängige Bestätigung über einen bereits bekannten Kontaktweg. Teilen Sie keine Zugangsdaten oder Freigabecodes mit. Wenn Sie eine Zahlung an falsche Daten ausgelöst haben oder einen Betrug vermuten, informieren Sie unverzüglich die eigene Bank und sichern Sie Rechnung, Nachrichten und Zahlungsbeleg. Für die weitere Einordnung kommen außerdem eine Verbraucherzentrale oder eine Rechtsberatung infrage.

Vor dem Auftrag: die entscheidenden Angaben

Ein Auftrag in ein Land ohne IBAN sollte erst vollständig sein, wenn alle verlangten Daten aus verlässlicher Quelle vorliegen:

  • Kontonummer des Empfängers im nationalen Format
  • Routing-Code oder vergleichbarer Bank- beziehungsweise Filialcode
  • Name und, falls verlangt, Anschrift von Empfänger und Bank
  • BIC oder eine andere internationale Kennung, sofern vorgesehen
  • Währung, Zahlungszweck und Kostenregelung nach den Angaben der eigenen Bank

Bleibt ein Feld unklar, ist eine Rückfrage bei der Empfängerbank oder dem eigenen Kreditinstitut sicherer als eine vermutete Ergänzung. Die genaue Bezeichnung des Auftrags entscheidet darüber, welche Daten geprüft und welche Gebührenbedingungen angewendet werden.